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HOCHZEIT – Wie auf Blumen gebettet – 5/2015

Interview mit einer Wedding Plannerin

VOR DEN GROSSEN TAG HAT GOTT DIE HOCHZEITSPLANUNG GESTELLT. UND DIE IST ERFÜLLT MIT VORFRUDE – ABER OFT AUCH MIT NICHT UNERHEBLICHEM STRESS. DESHALB GIBT ES WEDDING PLANNER, DIE EINEM LERTZEREN ABNHEMEN UND HOCHZEITSTRÄUME ERFÜLLEN, SODASS MAN SICH ALS BRAUTPAAR SCHON WÄHREND DER VORBEREITUNGEN WIE AUF BLUMEN GEBETTET FÜHLT.

Doch was genau tut ein Hochzeitsplaner eigentlich? Und was kostet das? Um das für Sie herauszufinden, haben wir mit der Schweizer Wedding Plannerin Evelyne Schärer gesprochen.
In dieser Ausgabe haben wir ihr ganz allgemeine Fragen zu Ihrer Arbeit gestellt. In der nächsten Ausgabe gibt sie in wenig von ihrem Know-how preis und beantwortet ganz konkrete Fragen zu Planung, wie sie wohl viele Brautpaare bewegen.

1. Was genau tut eigentlich ein Hochzeitsplaner?
Wir erfüllen Herzenswünsche und setzten die Träume der Brautpaare um. Wir sehen uns gerne als Architekt einer Hochzeit. Der Bauherr ist das Paar und wir suchen die ganzen Dienstleister zum Traumhaus bzw. der Traumhochzeit.

2. Würden Sie prinzipiell jedem Paar raten, die Dienste eines Wedding Planners in Anspruch zu nehmen, oder würden Sie sagen, dass das erst ab einer gewissen Größe des Festes bzw. einem gewissen Aufwand notwendig ist?
Grundsätzlich ist keine Feier zu klein für professionellen Rat. In der Regel ist es die erste Hochzeit die geplant wird, wir haben schon viele Hochzeiten begleitet und teilen unsere Erfahrung gerne.

3. Was sind die Vorteile?
Wer gut beraten wird fühlt sich sicher. Wir versuchen herauszufinden was genau gewünscht wird und machen dann ganz persönliche Vorschläge. Die Anbieter sind uns bekannt und bestrebt immer ihr Bestes zu geben. Eine wiederholte Zusammenarbeit ist viel wert. Das Paar spart ganz sicher viel Zeit bei der Suche im Internet und kann versichert sein, einen ausgewählten Filmer oder Tortenbäcker zu engagieren.

4. Muss ich als Brautpaar befürchten, eine „Hochzeit von der Stange“ zu bekommen?
Jeder Hochzeit wird massgeschneidert. Hier wären es dann eben Sonderanfertigungen, Einfamilienhäuser und keine Überbauungen wo eine Wohnung der anderen gleicht.

5. Schafft es ein Wedding Planner wirklich, uns als Brautpaar unsere ganz persönliche Hochzeit zu organisieren. Und wenn ja: Wie macht er das?

Selten können wir die gleiche Location einem anderen Paar vorschlagen. Auch wenn am Ende vielleicht dasselbe Schloss ausgewählt wird, spätestens bei der Dekoration oder der Musik wird alles ganz anders. Die Ansprüche der Kunden unterscheiden sich immer. Affinitäten, Hintergründe und sicher auch die finanziellen Möglichkeiten.

6. Was ungefähr kostet es, einen Wedding Planner zu engagieren?
Es ist in der Tat sehr abhängig von den Services welches ein Paar wünscht. Unserer Meinung nach, sollte es nicht mehr als 10-15% ausmachen. Hat ein Paar also CHF 30‘000, dann sollte die Hochzeitsplanerin auch nicht mehr als CHF 4‘500 verlangen. Bei ganz kleinen Budgets machen wir dann eher nur eine Beratung, ein Coaching und sind dann am Tag vielleicht gar nicht dabei.

7. Wenn ich 10 bis 15% meines Hochzeitsbudgets für einen Hochzeitsplaner investiere: Was genau bekomme ich dafür?
Alles was möglich ist und nur was wirklich nötig ist. Man sollte bei der Wahl auch darauf achten, ob die Dienstleistung auch auf die Bedürfnisse angepasst ist.
Bei fast allen Hochzeiten sind wir am Hochzeitstag dabei. Die Umsetzung des Planes muss ja auch aufgehen und als Experten können wir am Tag selbst noch auf unerwartetes gekonnt eingehen.

8. Was ist für Sie der allerwichtigste Aspekt, den es bei einer Hochzeitsplanung immer zu beachten gilt?
Es ist ein Fest der Liebe. Es geht nicht um eine Show wer die schönste Hochzeit feiert. Ganz sicher sollte man vorher überlegen, wieviel dem Paar dieser Tag wert ist. Verschulden sie sich auf keinen Fall.

9. Was sind typische Fehler/Fehleinschätzungen, die von Brautpaaren bei der Planung gemacht werden?
Meist wissen die Paare nicht, was die einzelnen Dinge kosten und ganz sicher werden auch die Abläufe und zeitlichen Aufwände unterschätzt.

10. Sie bieten einen Safety-Check für Paare, die ihr Fest selbst organisieren: Welche Schwachstellen decken Sie dabei am häufigsten auf?
Ein Apéro der 4 Stunden dauert, ist leider ein No-Go. Und durch die mit Gästen gefüllte Kirche zu gehen und dann stehen alle Gäste schon wieder draussen zum Spalier, dass geht auch nur im Film.

11. Haben Sie eine persönliche Lieblingslocation/Geheimtipp in der Schweiz? (hier muss kein Name fallen, aber vielleicht können Sie ungefähr beschreiben, was diese Location für Sie besonders macht)
Man sollte auf jeden Fall abklären, ob noch andere Hochzeiten am selben Tag gefeiert werden. Wir mögen Locations die exklusiv zur Verfügung gestellt werden, wo man alleine feiern kann. Ein privater Rahmen, welcher für das Brautpaar und die Gäste passt.

12. Gibt es eine von Ihnen organisierte Hochzeit, die Ihnen als ganz besonders schön in Erinnerung geblieben ist? Was machte sie besonders?
Selbst die perfekt geplante Hochzeit ist und bleibt abhängig von den Gästen und der Laune die man hat. Ich werde nie vergessen, als nach dem Dinner die Band gespielt hat und wirklich alle auf der Tanzfläche gefeiert haben. Die Jacketts und Manschettenknöpfe flogen weg und die Damen hatten nicht allzulange noch ihre High heels an. Es wurde bis in die Morgenstunden gefeiert. Zum Glück hatten wir an einen späten Snack gedacht.

13. Sie organisieren Hochzeiten in vielen verschiedenen Regionen der Schweiz. Haben Sie bei diesen Festen auch spezielle Hochzeitsbräuche kennengelernt, die typisch für die Region oder die Schweiz sind?
Tatsächlich unterscheiden sich die Hochzeiten je nach Region. Den Baumstamm zersägt man eher in den ländlichen Regionen oder auch das Herz wird eher dort aus dem Leintuch geschnitten. Grundsätzlich sollte alles gemacht werden was dem Brautpaar Freude macht. Spiele am Abend gehören da meist nicht dazu.

14. Zumindest in den Grenzgebieten der Schweiz zu „Euroland“ dürfte es für Brautpaare finanziell sicherlich sehr attraktiv geworden sein, zum Beispiel in Deutschland, Österreich oder Italien zu feiern. Ist das für Sie als Wedding Plannerin zu einem Thema geworden? Oder bleiben die Schweizer Brautpaare im Lande?
Wir haben gerade Italien sehr stark ausgebaut und werden das auch weiter tun. Es gibt so viele umwerfende Möglichkeiten. Ich möchte auch dazu sagen, dass man auch entspannter sein sollte als Brautpaar. Einige Dienstleister müssen noch lernen was für Erwartungen wir haben. Und doch sind wir bis jetzt immer sehr glücklich aus dem Süden zurückgekommen.

15. Kommt es vor, dass Sie eine Hochzeit relativ kurzfristig planen sollen? Und wo ist für Sie die Grenze, bei der Sie sagen müssen: Das schaffe ich in der Zeit auch nicht mehr.
Kurzfristig ist eher die Ausnahme, aber grundsätzlich können wir das in 2-3 Wochen alles auf die Reihe bekommen. Wichtig scheint mir einfach zu wissen, dass man vielleicht keine so grosse Auswahl mehr hat oder evt. statt an einem Samstag an einem Freitag heiratet. Und auch hier bewährt sich halt unser Know-How. Wir kennen die besten Anbieter rund um die Hochzeit.

16. Sie können inzwischen auf 10 Jahre Hochzeitsplanung zurückblicken: Haben sich in dieser Zeit die Wünsche und Vorstellungen der Brautpaare verändert? Sind Hochzeitsfeste heute anders als vor zehn Jahren? Gibt es Trends?
Es sind sogar 11 Jahre. Die Paare sind einfach besser informiert. Was nicht immer heisst, dass es leichter wird mit dem grossen Angebot. Jeder wünscht sich einen traumhaften und unvergesslichen Tag mit seinen Liebsten. Freudentränen und viel Lachen stehen oben auf der Wunschliste. Es soll locker und doch den gebührenden Rahmen bekommen und das Fest soll Spass machen.